Roseneis
Das abgeschnittene Rosenreis

Stecklingsvermehrung von Franz Wänninger

Stecklinge werden zwischen Mai und August geschnitten, damit sie noch ausreichend Zeit haben, starke Wurzeln vor dem Winter zu bilden.
Von der zu vermehrenden Rose wird ein ca. 20-25 cm langer Trieb mit evtl. Blüte und mehreren Laubblättern abgeschnitten.

Fertig geschnittener Rosensteckling
Fertig geschnittener Rosensteckling

Nun wird der Trieb direkt unter dem unteren 1. Blattansatz mit dem Okulier- oder einem anderen scharfen Messer abgeschnitten.
Jetzt wird der evtl. Blütenstand, bzw. alles ca. 4 cm über dem zweiten Blattstiel abgeschnitten. Nun wird auch das unterste Blatt am Steckling entfernt. Vom restlichen Blatt wird nun die Hälfte abgeschnitten, um die Verdunstung zu vermindern.
Anschließend wird der untere Teil des Triebes in Bewurzelungspulver getaucht, um die Wurzelbildung zu beschleunigen.

Ein durchsichtiger Trinkbecher hat sich für die Stecklingsvermehrung gut bewährt. Am Bodenrand des Bechers wird ein Spalt als Wasserabzug herausgeschnitten, um Staunässe zu verhindern.
Der Becher wird nun mit Aussaaterde bis auf einen kleinen Gießrand gefüllt. Nun wird der Steckling bis zum Blattansatz in das Substrat gesteckt. Es können mehrere Stecklinge in einen Becher gesteckt werden.

Wasserabzuglöcher werden in einen Plastikbecher geschnitten
Wasserabzuglöcher werden in einen Plastikbecher geschnitten

Jetzt wird gut angegossen. Es empfiehlt sich, den Becher mit dem Sortennamen und den Datum des Stecklings zu beschriften.
Dem fertig gesteckten Becher wird nun eine Haube aus einem weiteren Becher aufgesetzt und beschwert (Stein). Die Haube bleibt währen 16 Tage konstant auf dem Becher, ohne sie je anzuheben.

Feuchtigkeit zeigt sich unter der Haube
Feuchtigkeit zeigt sich unter der Haube

Am nächsten Tag kann man deutlich die Feuchtigkeit im Becher sehen.
Nach 16 Tagen kann man 3 Tage lang die Haube für ca. 1-2 Stunden kippen, damit sich die Stecklinge an die trockene Luft anpassen können. Danach kann man die Haube ganz entfernen, denn an den Wänden des Bechers kann man bereits weiße Wurzeln sehen.

Die Stecklinge werden nun einzeln in Bechern mit Blumenerde gesetzt. Jetzt entwickeln sich die einzeln gepflanzten Stecklinge ziemlich rasch weiter.
Wenn die Stecklinge bereits mehrere Blattstiele gebildet haben, werden si e in größere Töpfe umgepflanzt. Sind die Töpfe groß genug für die fortschreitende Entwicklung, können sich in diesem Stadium bereits vereinzelt Blüten bilden.

Steckling umpflanzen
Steckling umpflanzen

Die blühenden Stecklinge werden nun bis auf zwei Blattpaare zurück geschnitten, um sich gut zu verzweigen. Die Stecklinge treiben nun mehrere Seitentriebe und werden zu schönen kräftigen Pflanzen, die nach wenigen Wochen bereits wieder in Blüte stehen.

Eine ausführliche Beschreibung mit Fotos von jedem Arbeitsschritt finden Sie in der Frühjahrsausgabe 2015 der Rosen Faszination.

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