Blattläuse (Macrosiphonrosae
Blattläuse (Macrosiphonrosae

Rosenschädlinge

Die Plagegeister, die sich an den noch jungen Rosentrieben gütlich tun wollen. Wir wollen aber möglichst nicht spritzen, deshalb ist es wichtig, die Abwehrkräfte der Pflanzen bereits bei beginnendem Austrieb zu stärken. Sehr zu empfehlende Mittel sind Vitanal, ein sehr wirksames pflanzliches Präparat und Bioplant bzw. Biplantol, ein sehr gutes homäopathisches Mittel, das die Pflanzen stärkt und kräftigt.Wir wenden in unserem Redaktionsgarten diese beiden Mittel an und haben folgendes festgestellt: Eine Spritzung mit „Vitanal gelb“ ab Austrieb mit drei Wiederholungen im Wochenabstand verleidet saugenden und beißenden Insekten den Genuss an der Rosenpflanze. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass gerade saugende und beißende Insekten unsere Rosen meiden. Weiter Tipps geben wir ihnen in der nachfolgenden Beschreibung der Plagegeister.

Blattläuse (Macrosiphonrosae)

Vor allem im Frühjahr, wenn es warm und trocken ist, werden die jungen Triebe und Knospen von unzähligen grünen, roten oder schwarzen Läusen überfallen. Sie saugen an den jungen Trieben und können verkümmerte Triebe, Knospen und Blätter verursachen. Wo Läuse sind, finden sich auch sofort Ameisen ein, die die Läuse wegen ihrer süßen Honigtau-Ausscheidungen wie Nutztiere pflegen und regelrecht melken.

Abhilfe: In der Regel genügt es, die Läuse mit den Ameisen abzustreifen oder mit etwas schärferem Wasserstrahl abzuspritzen. Es ist nicht nötig, mit Chemie dagegen vorzugehen, zumal die Läuse bei Wetterwechsel wie durch ein Wunder plötzlich verschwunden sind. Wer aber trotzdem alternativ sofort tätig werden will, kann Neembaum-Produkte oder Brennnesselbrühe gegen Läuse einsetzen.
Eifrige und hungrige Helfer gegen Läuse sind außerdem:
Marienkäfer und vor allem deren Larven, die bis zu 150 Läuse pro Tag vertilgen können, Florfliegen und hier auch vor allem deren Larven, die in ihrer ca. zweiwöchigen Entwicklungszeit bis zu 700 Blattläuse fressen können,
Weitere Fressfeinde der Blattläuse sind unter anderen Gallmücken und Schlupfwespen. Alle diese Nützlinge werden speziell für den Einsatz im Gewächshaus und in ihrem Garten gezüchtet.

Rosenzikaden (Typhlocybarosae):

Die Laubblätter sind weißlich-gelb gesprenkelt. Springende, geflügelte grüne Zikaden und ca. 3 mm große grünliche Larven saugen an der Blattunterseite. Mitunter werden auch Knospen befallen.
Die Blätter vertrocknen und fallen ab. Knospen verkrüppeln und öffnen sich nicht mehr.
Als Ursache gilt lang anhaltende Trockenheit und Wärme. Besonders gefährdet sind Kletterrosen an weißen, wärmabstrahlenden Hausmauern (Schädlinge überwintern in Mauerritzen).
Bei Berührung fliegen ganze Schwärme auf.

Abhilfe: Vermeiden Sie heiße, trockene Standorte, sorgen Sie an solchen Standorten wenigstens für gute Belüftung, indem Sie zusätzlichen dichten Bewuchs rund um die Rose vermeiden. Wenn all das nicht möglich ist, sollten Sie eine vorbeugende systemische Spritzung durchführen. Fragen Sie hierzu einen Berater in Ihrer Gärtnerei oder Ihrem Gartencenter.

Rosenblattrollwespen (Blennocampapusilla)

Die ca. 5 mm große Wespe legt bis zu 3 Eier am Blattrand ab und sticht mehrmals entlang der Mittelrippe ein. Die Blätter rollen sich deshalb zur Mitte hin wie eine Röhre ein. Geschützt in Inneren fressen die ca. 7 mm großen braunköpfigen, grünlich-weißen Larven.
Die Blätter vergilben und fallen ab. Die Larven graben sich ab Juli in die Erde ein und verpuppen sich dort. Der Befall im Folgejahr wird dadurch noch stärker.
Sporadisches Auftreten vorwiegend an schattigen Standorten, bei starkem Ausmaß werden auch Rosen im sonnigen Bereich zwischen Mai und Juli befallen.

Abhilfe: Man sollte eine ständige Kontrolle des Laubes durchführen, um die Verpuppung der Larven zu verhindern.
Abschneiden und Vernichten der eingerollten Blätter.
Besonderheit: Von ca. zehn eingerollten Blättern enthält nur eines diese Larven. Beim Entrollen der Blätter können die Larven per Hand abgesammelt werden.
Ist der Befall bereits sehr groß, kann das Entfernen der eingerollten Blätter kaum noch bewältigt werden. Es empfiehlt sich dann, sich vom Fachmann  beraten zu lassen, welches Mittel eingesetzt werden kann.

Dickmaulrüssler

Blätter, Triebspitzen und Knospen werden von diesen ca. 10 mm großen schwarzen Käfern angefressen.
Er hinterlässt buchtenförmige Fraßstellen an Blättern, Knospen und Triebspitzen. Das Wachstum der Rosenstöcke kann bei starkem Befall vermindert werden.
Der Dickmaulrüssler tritt meist nur vereinzelt auf (im Mai), kann aber auch in manchen Jahren epidemisch auftreten. Er ist nur nachts aktiv und legt seine Eier im April/Mail und August/September in den Boden. Hier fressen die kleinen, nur 0,5 cm großen Larven an den Wurzeln.

Abhilfe: Sammeln Sie die Käfer entweder spät abends oder sehr früh morgens ab.
Biologische Abhilfe: Nematoden, Boden-Nützlinge.

Thrips, Blasenfuß (Thripsfuscipennis u. a.)

Sie befallen Blätter, aber auch Knospen kurz vor der Entfaltung.
Die Blütenblätter zeigen braune Ränder und verkrüppeln. Durch den Schädlingsbefall kann eine gesamte Blüte verloren gehen. Kommt besonders bei warmer Witterung vor. (ab Juni).
Die nur unter der Lupe erkennbaren Thripse lassen sich durch Abklopfen aus der Knospe feststellen. Besonders starker Befall bei trocken-heißer Witterung.

Abhilfe: Die Blüten sollten bei Erkennen des Befalls sofort abgeschnitten und vernichtet werden. Unbedingt in der  Haustonne entsorgen.
Evtl. bei sehr heftigem Befall ein, vom Fachmann empfohlenes Mitte einsetzen.

Schaumzikade (Philaenusspumarius)

Tritt vor allem häufig in alpinen Regionen auf. Die Larven hüllen sich im Frühjahr in eine schaumige Masse ein und saugen im Inneren an den noch weichen Trieben der Rose.
Im Juni und Juli, vereinzelt auch später sind die Zikaden ausgewachsen. Jetzt entfalten sie die größte Saugtätigkeit, die nun auch deutlich sichtbar wird. Die Knospen und Triebspitzen sind stark gekräuselt, was das weitere Wachstum verhindert.

Abhilfe: Mit einem scharfen Strahl eines geeigneten Insektizids (Händler fragen) wird direkt in die Schaumkugel gespritzt, es muss dabei allerdings sorgfältig vorgegangen werden.

Wühlmaus, Schermaus (Arvicolaterrestris)

Wühlmäuse können als starke Schädlinge im Garten auftreten, da sie Rosenwurzeln ganz besonders lieben. Dicke Lagen Laub auf den Beeten oder unter Sträuchern im Herbst kann ihr Auftreten begünstigen.
Wühlmäuse fressen die kräftigen Wurzeln, oft bis hinauf zum Wurzelhals und können so ganze Rosenbestände vollständig vernichten.

Abhilfe: Wühlmäuse sind lärmempfindlich, allerdings hilft ein Gerät, das regelmäßig einen bestimmten Ton ausstößt, nicht wirklich. Lassen Sie sich vom Fachmann beraten, es gibt im Handel  verschiedene Mittel, um Wühlmäuse zu vertreiben oder einzufangen.

Rosentriebbohrer(Ardis brunniventris, auchMonophadnuselongatus)

Es gibt zwei verschiedene Rosentriebbohrer. Einen abwärts  bohrenden, der sich im oberen Bereich des Triebes einbohrt und im gesunden Mark nach unten bohrt. Der aufwärts bohrende fängt unten im Trieb ab und bohrt sich hier nach oben. Befallen werden hauptsächlich Teerosen, Teehybriden und Remontantrosen.
Das Weibchen des abwärts bohrenden Rosentriebbohrers  legt ihre Eier einzeln in die jungen Triebspitzen. Die ausgeschlüpften Larve bohren sich seitlich in den Trieb und fressen sich sofort nach unten durch.  Der aufwärtsbohrende Triebbohrer legt seine Eier nahe der Blattachsel. Die geschlüpften 1 bis 1,5 cm großen Larven bohren sich auch hier seitlich in den Trieb und fressen sich im Mark des Triebes aufwärts. Zur Überwinterung graben sich die Larven im Boden ein.
Der Schaden ist immens, denn die befallenen Triebe welken und sterben ab.

Abhilfe: Den bzw. die Rosentriebe können nur noch tief unten abgeschnitten werden (bis das Mark weiß und dicht ist). Es kann aber auch zum Verlust des ganzen Rosenstocks kommen. Anschließende Bekämpfung durch geeignete Behandlung. Fragen Sie bitte im Fachhandel nach.

Rapsglanzkäfer  (Meligethesaeneus)

In manchen Jahren kann der Rapsglanzkäfer in verheerender Menge auftreten. Man vermutet, dass  die Käfer im Entwicklungsstadium zurückliegen und somit im Raps keine Ernährungsquelle mehr vorfinden. Deshalb sind sie gezwungen, Ihre Nahrung anderswo zu suchen.
Sie befallen vor allem in großer Anzahl die geöffneten Blüten der  Rosen und fressen darin die Staubgefäße und Griffel. Es leidet dadurch nicht nur das Aussehender Blüten, sondern auch die Bildung von Hagebutten bei entsprechenden Rosen.

Abhilfe: Nach einigen Tagen ist der Befall durch den Rapsglanzkäfer vorbei. Wer sofort etwas dagegen tun möchte, sollte einen Fachmann nach einem geeigneten Insektizid befragen.

Ohrwurm (Forficulaauricularia)

Dieser Käfer kann beides sein – Nützling und Schädling
Der Ohrwurm kann plötzlich, vermutlich auf Grund von Witterungseinflüssen, großen Schaden anrichten. Befallen und angefressen werden vor allem die jungen und zarten Nebenblättchen, feine Knospen, Blütenblätter und Staubgefäße. Die Blüten sind ausgefranst und löchrig. Kräftige und gut ausgereifte Rosen werden allerdings kaum befallen.

Abhilfe: Sorgen Sie möglichst für ein gepflegtes Umfeld bei den Rosen.
Bei Befall sammelt man die Ohrwürmer am frühen Morgen oder am späten Abend aus den Blüten. Wenn sie ein großes Tuch unter den befallenen Rosenstock ausbreiten, können Sie die Käfer auch abschütteln.

Weiße Fliege

Die weiße Fliege (Trialeurodesvaporariorum) ist trotz ihres Namens keine Fliege, sondern eine Mottenschildlaus aus der Familie der Aleyrodidae. Sie wird, gemeinsam mit anderen Arten der Mottenschildläuse, auch nur als Weiße Fliege bezeichnet und ist 1,5 bis 2 mm groß. Die Tiere halten sich ausschließlich auf der Blattunterseite auf und fliegen bei Berührung der Pflanze sofort als ganzer Schwarm auf.
Ein Weibchen legt in ihrem Leben ca. 500 Eier, aus denen gelbgrüne Larven schlüpfen, welche rund vier Wochen für die Entwicklung zum Vollinsekt absolviert haben. Die Larven sind nur am Anfang  mobil,ältere sitzen unbeweglich an der Blattunterseite und saugen den Pflanzensaft. Optimale Bedingungen findet die Weiße Fliege bei über 22 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Die befallenen Blätter zeigen gelbliche Saugstellen, trocknen ein und fallen schließlich ab. Auf dem reichlich produziertem Honigtau können sich Rußtaupilze ansiedeln, welche die Blätter schwarz färben.

Abhilfe: Eine Bekämpfung ist sehr schwierig, wegen der unterschiedlichen Stadien der Tiere. Fragen Sie bitte einen erfahrenen Mitarbeiter in Ihrer Gärtnerei.

Rote Spinne

Sie werden nur etwa 0,3 bis 0,6 mm groß.  Ohne Lupe oder Mikroskop kann man diese Pflanzenschädlinge nur schwer erkennen. Der Körper einer roten Spinne ist elliptisch geformt. Diese Spinne kann je nach Jahreszeit ihre Farbe von  hellgrün, orange oder zinnoberrot verändern. Das Weibchen der roten Spinne legt im Laufe ihres Lebens zwischen 50 und 150 Eier in kleinen Gruppen auf den Unterseiten der Blätter. Einen Befall erkennt man am feinen Gespinst, das Laub und Triebe überzieht. Bei genauer Untersuchung sind kleine weiße Flecken auf dem Laub erkennbar. Das Laub wird erst gelb, dann braun und fällt schließlich ab. An sehr warmen und trockenen Standorten fühl sich die rote Spinne besonders wohl.

Abhilfe: Befallene Triebe am besten abschneiden und im Hausmüll entsorgen.