Tipps für das Rosenschneiden
Tipps für das Rosenschneiden - Bild: Christian Schultheis

Rosenschnitt

Sobald die Kirschbäume oder die Forsythien blühen, ist die Zeit gekommen, mit dem Schnitt der Rosen zu beginnen.

Für den Rosenschnitt legen Sie sich folgendes Werkzeug bereit:

  • Die Rosenschere, sie ist das wichtigste Gerät. Sie wird zum Schnitt der
    Triebe und zum Abschneiden verwelkter Blüten und Blütenstände verwendet. Achten Sie darauf, dass sie immer scharf und sauber ist, damit die Triebe nicht gequetscht und mit eventuellen Krankheitserregern infiziert werden.
  • Den Fuchsschwanz,erwird zum Entfernen von dickeren mehrjährigen Trieben
    und zum Entfernen von altem Holz eingesetzt.
  • Die Astschere wird bei starken und bis zu 5 cm dicken Rosenzweigen verwendet.
  • Eine Rebenschere leistet gute Dienste beim Entfernen von dünnen Trieben an schwer zugänglichen Stellen.

Einmalblühende Strauchrosen:

Junge, neu gepflanzte Rosen sollten in den ersten drei Jahren möglichst tief geschnitten werden. Dadurch erreicht man, dass sie von der Basis her starke Triebe entwickeln können, die sich dicht verzweigen. Ein beherzter Schnitt kräftigt die Rose und regt sie zu großem Blütenreichtum an.
Es empfiehlt sich, einmalblühenden Rosen dreimal im Jahr halbkugelförmig zu schneiden, um die Blühfreudigkeit zu verbessern. Diese Form sollte mehr einer Kuppel, als einem Kegel gleichen, damit die Pflanze auch direkt an der Basis Blüten hervorbringt.
Beim ersten Rückschnitt werden die sogenannten vegetativen Triebe (lang aufgeschossene Triebe) auf Höhe der Blütentriebe eingekürzt. Vegetative Triebe tragen keine Knospen am Ende des Triebes und kosten der Pflanze sehr viel Energie. Zudem leidet der Gesamteindruck unter diesen langen „Peitschen“. Verblühtes sollte regelmäßig ausgeschnitten werden, um die Kraft in die noch zu entfaltenden Blüten zu leiten. Bei Sorten, die Hagebutten bilden, werden nur die Blütenblätter abgestreift und die Kelche belassen.
Das zweite Mal wird im sehr späten Sommer zurück geschnitten. Hierbei werden wieder die vegetativen Triebe in Höhe der Hagebutten abgeschnitten, die sich erneut in großer Anzahl gebildet haben. Dadurch wird nicht nur das Aussehen des Strauches verbessert, sondern auch die Schönheit der Hagebutten. Das Zurückschneiden der vegetativen Triebe im Sommer hat zur Folge, dass sich die Anzahl der Triebe von unten heraus vermehrt und somit die Standfestigkeit des Strauches erhöht wird, indem er sich selbst stützt.
Der dritte Rückschnitt erfolgt ohne feste Zeiten einfach zwischen Herbst und Frühjahr. Bei vielen Rosen im Garten nimmt der sehr frühe Rückschnitt an den einmalblühenden Rosen den möglichen Zeitdruck beim Schnitt der übrigen öfter blühenden Rosen. Der Strauch wird auf die so genannte Rückschnitthöhe, etwa auf die Hälfte bis auf 1/3) zurückgeschnitten. Es sollte auf eine schöne Kuppelform geachtet werden, damit der Strauch von der Basis in Bodennähe bis über die gesamte Halbkugel eine Vielzahl an Blüten hervorbringt. Je dichter die Triebe sind, desto mehr stützen sie sich gegenseitig und es fallen deshalb auch schwere, durch Regen gefüllte Blütentriebe nicht so leicht auseinander. Lichten Sie deshalb nur tote und kranke Triebe direkt an der Basis aus, alle anderen werden lediglich gekürzt.

Öfter blühende Strauchrosen

Auch bei diesen Rosen ist es wichtig, sie von Anfang an stark einzukürzen, um eine dichte Verzweigung zu erreichen.Es müssen bei öfter blühenden Rosen während der gesamten Blühperiode ständig die verwelkten Blüten mit 3-4 Blattpaaren heraus geschnitten werden. Diese Maßnahme regt die Pflanze zur Bildung neuer Triebe und somit auch neuer Blüten an. Bei Hagebutten-Rosen die (letzten) Blüten möglichst nur abstreifen, um die Bildung von Hagebutten zu ermöglichen.
Im Herbst bekommt die Pflanze dann einen provisorischen Formschnitt, um Schäden durch Wind- oder Schneebruch vorzubeugen.
Der Frühjahrsschnitt erfolgt dann um die Kirschblüte herum. Dabei wird die Pflanze auf die so genannte Rückschnitthöhe (wie einmalblühend) zurück geschnitten. Auf eine schöne kuppelartige Form achten. Stehen die Sträucher am Rand einer Gruppe, können sie auch von vorne nach hinten ansteigend geschnitten werden. Hierbei krankes und totes Holz an der Basis entfernen. Neue Jungpflanzen haben in der Regel im ersten Jahr mehrere neue Triebe gebildet, die bis auf 15 cm des Zuwachses gekürzt werden sollten, um eine dichte Verzweigung zu erzielen. Junge Triebe tief zurückschneiden, um dem Verkahlen entgegen zu wirken.

Englische Rosen

Die meist stark gefüllten Blüten der Englischen Rosen sind häufig zu schwer für die relativ dünnen Triebe. Dies ist vor allen bei Regen der Fall, wenn die Blüten durch das aufgenommene Regenwasser noch schwerer geworden sind. Diese Sträucher bilden oft sehr lange Triebe, die unter anderem das Gesamtbild der Pflanze beeinträchtigen. Wenn keine Kletterrose daraus gezogen werden soll, sollten Sie diese Triebe auf Höhe der anderen Triebe eingekürzt werden. So wird eine schöne Wuchsform erzielt, die zudem laufend neue Blüten hervorbringt. Je regelmäßiger dieser Sommerrückschnitt erfolgt, umso mehr neue Blüten werden gebildet. Bei seltenem Rückschnitt erfolgt die Blüte dann nur in Intervallen und der Strauch bildet keine schöne Form.

Kletterrosen

Die Triebe der Kletterrosen sollten an Mauern immer fächerförmig an gespannten Seilen oder einem Spalier angebunden werden, um die vermehrte Bildung von Blütentrieben zu fördern. Die oberseitigen Augen an waagerecht befestigten Ranken treiben sehr rasch aus und bilden so einen dichten Blütenflor. An Obelisken und Rosenbögen werden die Triebe in so genannten Terpentinen angebunden. Säulen sollten nur mit langsam wachsenden Kletterrosen bepflanzt werden, die man durch stetigen Rückschnitt für gute untere Verzweigung auch nur langsam Höhe erreichen lässt.
Um die Triebe der Rosen optimal an der Mauer befestigen zu können, sollten die Drahtseile waagrecht im Abstand von rund 60 cm straff gespannt werden. Zum Anbinden am besten eine locker gedrehte Schnur verwenden. Drähte, ob nackt oder ummantelt sind nicht geeignet, da diese die Triebe einschneiden und dann absterben können. Machen Sie zunächst am Draht einen festen Knoten, um die Bindestelle zu fixieren und binden dann den Trieb etwas lockerer fest. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Ranken auch bei stärkerem Wind nicht am Untergrund scheuern.
Der Schnitt an Mauer bedeckenden Rosen sollte folgendermaßen durchgeführt werden:

Wir wissen, dass stark wachsende Rosen tiefer herunter geschnitten werden, als schwach wachsende. Rosen treiben auch im oberen Teil zuerst aus und binden die Energie zunächst im oberen Drittel. Deshalb sollten Rosen, die eine Mauerfläche vollständig und gleichmäßig bewachsen sollen, oben auf rund 10 cm und nach unten verlaufend auf ca. 30 cm zurück geschnitten werden.

Einmalblühende Kletterrosen

Sie werden genauso geschnitten, wie einmalblühende Strauchrosen, allerdings sollte vor dem Entfernen der vegetativen Triebe kontrolliert werden, ob sich damit eine eventuelle Lücke im Gesamtbild schließen lässt.

Öfterblühende Kletterrosen

Auch hier sollte genauso verfahren werden, wie bei den öfter blühenden Strauchrosen. Die meisten kletternden Teehybriden neigen zur unteren Verkahlung. Dem sollte unbedingt durch die richtigen Schnittmaßnahmen entgegengewirkt werden. Dabei sollten die stark aufwärts wachsenden Triebe durch Einkürzen in ihrem Wachstum zu unterbrochen werden. Dadurch treibt die Rose aus den unteren Augen aus und es kommen von unten genügend blühende Triebe nach. Eine ausgereifte Teehybride kann zudem oben ausgelichtet werden, um den Austrieb von unter her zu begünstigen.

Beim Rückschnitt im zeitigen Frühjahr werden alle Seitentriebe, die sich an den Leitästen gebildet haben, auf zwei bis drei Augen zurück geschnitten. An der vorderen Mitte lässt man die Triebe etwas länger, um eine dichte Verzweigung zu ermöglichen.

Rambler

Diese Rosensorte ist besonders starkwüchsig und erreicht Höhen zwischen sechs und mehr als zehn Meter. Deshalb muss auch besonders darauf geachtet werden, dass diese Rosen nicht von unten verkahlen. Bei jungen Rosen wird dazu ein neuer Trieb gekappt, um dafür zu sorgen, dass er sich unten verzweigt, damit auch im unteren Bereich Blüten gebildet werden können. Sollte dies nicht möglich sein, kann unter Umständen ein Trieb zur Seite bzw. nach unten gebogen werden, um kahle Stellen zu schließen.

Wenn sich die Blütenknospen im Frühsommer beginnen zu entfalten, ist sie bereits mit einer Vielzahl vegetativer Triebe bedeckt. Schneiden Sie alle diese ‚Angelruten’ bis auf zwei bis drei Augen an das Grundgerüst der Pflanze zurück. Dadurch wird die Energie der Pflanze in die Bildung vieler und schöner Blüten gelenkt. Keine Angst, es werden dadurch nicht die Blütentriebe des Folgejahres abgeschnitten. Die Blütentriebe erscheinen dann aus den verbleibenden Augen abwärts. So kann ein extrem starkwüchsiger Rambler unter Kontrolle gehalten werden. Totes Holz und krankes Holz an der Basis wegschneiden.

Beet- und Edelrosen:

Es gibt eine Regel, die besagt: stark wachsende Pflanzen weniger tief schneiden, als schwach wachsende Rosenstöcke. Die gleiche Regel gilt auch für einzelne Triebe. Beispiel: stark wachsende Triebe auf etwa fünf bis sieben Augen, schwache auf ca. drei Augen und ganz dünne Triebe bis auf drei mm zur Veredelungsstelle abschneiden

Edelrosen auf ca. vier bis sechs Augen zurückschneiden, das sind ca. 20 cm. Wenn Schnittrosen mit kräftigen langen Stielen erzielt werden sollen, dann um 1-2 Augen tiefer schneiden.

Bei allen Schnittmaßnahmen sollte aber auf eine schöne halbkugelige Form der Pflanze geachtet werden und beim Sommerschnitt keinesfalls alle Blüten auf gleicher Höhe abschneiden.

Beetrosen stehen meist in Gruppen zusammen und sollten einheitlich vorne am äußeren Rand niedriger und nach hinten ansteigend geschnitten werden. Schnitttiefe wie nach o.g. Regel.

Stammrosen

Die Schnittmethode hängt allein von der auf Stamm veredelten Rose ab. Handelt es sich bei der Krone um eine Edelrose, wird sie auch wie diese auf ca. 4-6 Augen, das sind etwa 20 cm, zurück geschnitten. Bei einer aufgesetzten Beetrose wird auf rund 3-6 Augen geschnitten.

Die Krone von Trauerstämmen ist meist eine Rambler– oder eine Bodendeckerrose. Ein Teil der Kronentriebe sollte auf ca. 20 cm eingekürzt werden, um einer Verkahlung der Krone vorzubeugen. Die restlichen Triebe nach Gefühl in unterschiedlicher Länge bis zu maximal 80 cm zurückschneiden.

Es kommt gelegentlich vor, dass Triebe aus der Veredelungsunterlage herauswachsen. Meist erkennt man diese an der blasseren, eventuell graugrünen Laubfarbe und winzigen Stacheln, die wie Haifischflossen aussehen. Falls Unsicherheit besteht, kann das Laub des Triebs mit dem Laub der veredelten Rose verglichen werden. Diese Wildtriebe müssen unbedingt entfernt werden, da sie der Rose sehr viel Kraft und Energie rauben.Dazu legt man möglichst vorsichtig den Wurzelhals der Rose frei und reißt den Wildtrieb direkt an der Wurzel ab. Ist der Trieb zu dick oder kommt man nicht an die Anwuchsstelle heran, schneidet man ihn in Bodennähe ab, mit der Zeit erlahmt dann die Kraft und der Trieb stirbt ab.